IDEAL4.0- Inklusives Digitales Arbeits (Er-)Leben 4.0

Es gibt viele Weg in Richtung Inklusion- man muss sie nur gehen.

Der Vermittlungsprozess in Arbeit ist ein komplexes Thema, umso mehr wenn es dabei um Menschen mit Behinderung geht. Neben den vielen verschiedenen bürokratischen Hürden gibt es in diesem Bereich nämlich auch die, die sich aufgrund der Diversität der Beeinträchtigungen ergeben. Das auf drei Jahre angelegte Projekt IDEAL4.0 versucht über digitale Angebote genau diese Bereiche zu unterstützen. Doch wie genau kann das gelingen?

1. Forschungsarbeit

Die Forschungsarbeit hat 2021 einen Großteil des ersten Jahres eingenommen und dauert auch im zweiten Jahr noch an. Mit Hilfe des partizipativen Forschungsansatzes sollen Bedürfnisse und Barrieren bei der Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt identifiziert werden.

Es werden zum Beispiel Hospitationen in unterschiedlichen Bereichen der Eingliederungshilfe durchgeführt. Darüber hinaus finden viele Interviews mit verschiedenen Akteuren des Vermittlungsprozesses statt, dazu gehören unter anderem Arbeitgeber und Angestellte der Sozialwirtschaft. Einen besonderen Fokus legt das Projekt allerdings auf die Einblicke und Erkenntnisse von betroffenen Personengruppen. Sowohl Beschäftigte in Werkstätten für behinderte Menschen, als auch Teilnehmer von Berufsbildungswerken, sowie Menschen mit Beeinträchtigungen, die bereits auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sind, kommen zu Wort. In diesem Zusammenhang hat sich unter anderem eine Ko-Forschungsgruppe etabliert. Diese Gruppe zeichnet sich dadurch aus, dass die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Datenerhebung von Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam durchgeführt werden.

2. Entwicklungsarbeit

In Kooperation mit den Experten der CODE University of Applied Sciences in Berlin werden die Forschungsdaten ausgewertet und in erste Prototypen umgesetzt. In kontinuierlichem Feedbackschleifen werden diese in einem agilen Prozess getestet. Dabei werden alle relevanten Stakeholder einbezogen, um so eine zielgruppennahe und nutzerzentrierte Weiterentwickelung zu ermöglichen. Über den Ansatz der Nutzer-Motivation sollen zum Beispiel standardisierte Arbeitsprozesse in eine digitale Umwelt übersetzt werden können. Diese können dann das selbstgesteuerte Trainieren von bekannten und das (Er-)Lernen von neuen Abläufen ermöglichen. Die wiederholt getesteten Prototypen werden dann durch Software-Entwickler in ein vorläufiges Produkt umgesetzt, welches wiederum fortlaufend analysiert und evaluiert wird.

3. Inklusives Arbeiten

Nicht nur durch die UN-Behindertenrechtskonvention und die Umsetzung des Bundesteilhabegesetztes, sondern viel mehr aus sozialer Verantwortung heraus, versucht das Projektteam von Anfang an in alle Phasen der Projektarbeit inklusive Ansätze einzubeziehen.

Das zeigt sich nicht zuletzt durch die sehr enge Vernetzung mit den Beschäftigten in WfbMs und Teilnehmern in Berufsbildungswerken. Neben der Projektarbeit sind in den Oberlin Werkstätten unter anderem „Begleitende Maßnahmen“ entstanden, bei denen Beschäftigten aus der Werkstatt das Thema Digitalisierung näher gebracht wird. Gemeinsam mit Mitgliedern des Projektteams werden Webseiten und Apps ausprobiert, Spiele getestet und über das Thema Digitalisierung gesprochen. Darüber hinaus ist aus dieser Zusammenarbeit eine Ko-Forschungsgruppe entstanden, in der gemeinsam zum Thema „Vermittlung auf den Allgemeinen Arbeitsmarkt“ geforscht wird. Des Weiteren haben sich Auszubildenden aus dem Bereich Mediengestaltung des BBWs im Oberlinhaus in einem regelmäßigem Workshop mit Projektmitgliedern zur Gestaltung der Webseite und dem Logo des Projektes ausgetauscht. Aus dieser Zusammenarbeit ist ein längerfristiges Praktikum mit einem der Azubis entstanden, der so erste Erfahrungen mit der agilen Projektarbeit und dem Arbeiten mit internen und externen Partnern sammeln kann.

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