Mit Erasmus+ ein Praktikum im Ausland absolvieren

Für den eigenen beruflichen Erfolgsweg ist es wichtig, Berufserfahrungen zu sammeln. Wer zudem noch mit einem Auslandspraktikum im Lebenslauf glänzen kann, sticht heraus. Für viele Arbeitgeber sind Auslandserfahrungen ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl ihres zukünftigen Personals.

Deshalb bieten wir unseren Auszubildenden die Möglichkeit, während der Ausbildung über das Erasmus+ Programm berufspraktische Erfahrungen im Ausland zu sammeln.

Das Mobilitätsprojekt des Oberlin Berufsbildungswerkes leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Erweiterung der beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten unserer Auszubildenden.

Insbesondere der Lernort „ausländischer Betrieb“ ermöglicht Erfahrungen, die im Inland nicht zu bieten sind.

Ablauf

In Vorbereitung auf das Auslandspraktikum absolvieren die Teilnehmenden noch vor Ort, im Oberlin Berufsbildungswerk, einen Sprachkurs in der jeweiligen Landessprache und erhalten gleichzeitig Informationen über Kultur, Land und Leute.

In einem Zeitraum von 4 Wochen haben unsere Auszubildenden dann die Möglichkeit, sich in den unterschiedlichen Projektländern mit der einheimischen Sprache auseinanderzusetzen. Sie erlernen in ausländischen Betrieben den Umgang mit neuen Berufssituationen und haben die Gelegenheit, sich in einem neuen Team einzubringen und spannende Erfahrungen mitzunehmen.

Darüber hinaus lernen unsere Auszubildenden andere Kulturen kennen, bewältigen unbekannte Alltagssituationen und stellen sich neuen Herausforderungen hinsichtlich ihrer eigenen Mobilität und ihrer jeweiligen Beeinträchtigung.

Begleitung im Ausland

Begleitet und unterstützt werden unsere Auszubildenden im Ausland von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Oberlin Berufsbildungswerk sowie von unseren Partnerorganisationen. Sie stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite und sind dabei behilflich, den Auslandsaufenthalt zu einer bereichernden Erfahrung zu machen.

Teilnahme-Zertifikat

Mit dem Zertifikat „Europass - Mobilitätspass“ werden den Auszubildenden die erworbenen Schlüsselqualifikationen und der Zuwachs an Wissen offiziell bescheinigt, was Ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt und somit Ihre Vermittlungschancen erhöht.

  • Artikel: Interview mit Sabrina Inez Weller über Erasmus+

    Aus einem Artikel von Sabrina Inez Weller, Inklusionsbeauftragte bei der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung in der Fachzeitschrift der BAG BBW „Die Berufliche Rehabilitation“

    Sie führte vorher ein Interview mit Christina Hanck und Grit Schneider aus dem Erasmus+-Team des Berufsbildungswerkes.

    Das Oberlin Berufsbildungswerk bietet jungen Menschen mit Autismus-Spektrum, Körper-, Lern-, psychischen oder Mehrfachbehinderungen die Möglichkeit, einen von über 30 staatlich anerkannten Ausbildungsberufen zu erlernen. Nachdem das BBW zwei erfolgreiche Auslandsaufenthalte gemein­sam mit der IHK Potsdam durchgeführt hat, bewarb es sich 2016 erstmals erfolgreich alleine für ein Projekt im Rahmen von Erasmus+. Kurzzeitprojekte stellen neben der Akkreditierung den zweiten Zu­gang zur Mobilitätsförderung dar und richten sich als Einstiegsangebot besonders an unerfahrene Projektnehmer.

    In der aktuellen Programmphase ist das BBW akkreditiert und bietet vor allem vierwöchige Auslands­aufenthalte nach Italien und Polen an. Die Azubis absolvieren Praktika in den verschiedensten Berei­chen (z. B. Holz, Metall, Mediengestaltung, Bürokommunikation, Gastgewerbe, Hauswirtschaft). Eine italienische Agentur ermöglicht den jungen Auszubildenden, passende Betriebe in Italien zu finden. Die Mitarbeiter*innen sprechen sehr gut Deutsch. Bei der Auswahl der Praktikumsbetriebe wird da­rauf geachtet, dass es betriebsinterne Ansprechpartner*innen gibt, die sich um eine individuelle Be­treuung der Azubis kümmern. Außerdem lernen die Azubis vorab per Video-Call ihre Ansprechpart­ner*innen vor Ort kennen und stellen sich und ihre Ziele für das Praktikum vor. Bei dieser Gelegen­heit werden auch eventuelle Bedürfnisse erfragt.

    In Vorbereitung auf die Praktika finden regelmäßige Treffen statt. Die Azubis lernen sich und ihre Betreuer*innen kennen, erfahren wichtige Informatio­nen zur Reise und nehmen an einem Sprachkurs teil, um sich in der Landessprache zumindest mit ei­nem kleinen Grundwortschatz verständigen zu können. Außerdem wird mit Hilfe der Schul-Cloud das digitale Tagebuch, das die Azubis während der Praktika schreiben, vorbereitet. Das Tagebuch besteht aus kleinen Posts aus dem Praktikumsalltag, die auf Instagram und im Intranet veröffentlicht und von den Azubis und Mitarbeitenden im Berufsbildungswerk täglich mit großem Interesse verfolgt werden. Während des Praktikums geben die Begleitpersonen vor Ort den jungen Menschen Sicherheit und Stabilität. Sie achten darauf, dass persönliche Bedürfnisse, die Ernährung etc. der Teilnehmer*innen berücksichtigt werden. Nach ihrer Rückkehr berichten die Praktikumsteilnehmer*innen oft von tollen Erlebnissen. Sie sind stolz, den Aufenthalt im europäischen Ausland gemeistert zu haben.

Erasmus+ 2026

Auszubildende berichten von ihren Erfahrungen im Ausland

Ich bin an einem Standort des Internationalen Bundes tätig, der in Deutschland, in Frankfurt am Main, seinen Hauptsitz hat. Das Gebäude ist jedoch bekannt als „Centrum Wielokulturowe w Krakowie“, was übersetzt „Multikulturelles Zentrum in Krakau“ bedeutet. Hier gibt es verschiedene Angebote für Menschen, die Hilfe bei der Integration in Polen/Krakau benötigen. Innerhalb von 26 Minuten mit der Straßenbahn und einem Fußweg von 5 Minuten ab der Station ist man schon dort.

Von außen ist es ein eher unscheinbares Gebäude, aber innen ist alles sehr modern und die Mitarbeiter sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Auch wenn nicht jeder Englisch spricht, kommt man gut zurecht.

Während der letzten drei Wochen haben wir an einem Redesign für die Facebook-Seite des Informationspunkts im Gebäude mitgearbeitet, Icons für Facebook-Posts erstellt, vorhandene Pixeldateien vektorisiert und ein Motiv für ein Puzzle entworfen.

Ich sitze gerne im offenen Bereich des Büros, wo es mehrere Tische mit Stühlen und auch eine kleine Küche gibt. Ein paar Schritte weiter gibt es außerdem einen Besprechungstisch, wo auch Sprachkurse stattfinden, zum Beispiel Spanisch, Ukrainisch, Russisch oder Polnisch. Dann gibt es noch gemütlichere Sitzmöglichkeiten, wie zwei Sofas und kleinere Sessel, sowie ein Bücherregal.

Die Sprachkurse sind hier nicht die einzigen Angebote: Es gibt Yoga, verschiedenste Workshops (auch für Kinder) und sogar Tanzstunden.

Wir sind hier sehr zufrieden und haben uns gut eingelebt. Mein persönliches Highlight ist, dass man hier seinen Arbeitsplatz flexibel wählen kann und unser tägliches Ritual in Form eines Fahrstuhl-Selfies!

Ich durfte mein Praktikum in der Bar Minerva machen – und es hat mir richtig viel Spaß gemacht! 🍹✨

Das ganze Team war super nett und hat mich herzlich aufgenommen. Ich freue mich, dass ich sie in dieser Zeit unterstützen konnte und so viele neue Erfahrungen sammeln durfte.

Ich werde das Team auf jeden Fall vermissen! ❤️

Wenn ihr mal in Vicenza seid, schaut unbedingt in der Bar Minerva vorbei – es lohnt sich! ☕️✨

Ich freue mich, in so einen Kindergarten gekommen zu sein. Alle sind hier freundlich und geben ihr Bestes in der Kommunikation. Der Kindergarten ist sehr gepflegt und sauber. Es gibt hier einige Regeln, die es bei uns nicht gibt – und andersherum. Die Räume sind groß und sehr hell, von der Sonne beleuchtet. Ich arbeite derzeit immer von 9 bis 15 Uhr; das ist eine angenehme Zeit. Ich freue mich, hier zu sein. Ich kann diese Kita für das nächste Team nach Vicenza weiterempfehlen: Die wunderbare Einrichtung heißt „Scuola Materna Ing. Pietro Trevisan“. Sie haben auch bereits gesagt, dass ich ihnen eine sehr große Hilfe bin – dafür bin ich sehr dankbar.

Am Sonntag haben wir gemeinsam als Gruppe einen Ausflug in die Vergangenheit gemacht - und zwar ins Museum Rynek Podziemny (Unterirdisches Museum am Marktplatz), das unter dem Marktplatz liegt. Man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt, direkt ins Mittelalter. 

Zu sehen sind dort alte Straßen, Marktplätze, Handelswege, Keller, Werkstätten und Fundamente aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Diese Strukturen wurden bei archäologischen Ausgrabungen 2005 entdeckt und anschließend in das Museum integriert.

Das Museum ist sehr interaktiv und für jeden ist etwas dabei: multimediale Projektionen, interaktive Karten, Licht- und Toneffekte sowie Originalfunde wie Münzen, Schmuck, Keramik und Werkzeuge. Es veranschaulicht das Leben im mittelalterlichen Krakau. Bei der Ausstellung hat mir sehr gefallen, dass sie sehr informativ war und der interaktive Teil sehr schön gestaltet. Ein interessanter Fakt, den ich im Museum erfahren habe, ist, dass Frauen im Mittelalter Schlüssel an ihren Röcken oder Kleidern getragen haben - als Statussymbol, denn jeder Schlüssel stand für ein Haus. 

Nach unserer erfolgreichen Zeitreise hatten wir Zeit, die Stadt zu erkunden - aber bevor wir uns die Altstadt angesehen haben, haben wir uns noch gestärkt in einem kleinen Café. Den Tag haben wir gemeinsam als Gruppe ausklingen lassen mit einem Essen im Well Done BBQ wo es sehr lecker war.

Teilnahme an Erasmus+

2026

Krakau/ Polen: 6 Auszubildende und Begleiter

Projektträger: Oberlin Berufsbildungswerk

Vicenza/ Italien: 10 Auszubildende und Begleiter

Projektträger: Oberlin Berufsbildungswerk

2025

Krakau/ Polen: 6 Auszubildende und Begleiter

Projektträger: Oberlin Berufsbildungswerk

Vicenza/ Italien: 10 Auszubildende und Begleiter

Projektträger: Oberlin Berufsbildungswerk

2024

Krakau/ Polen: 6 Auszubildende und Begleiter

Projektträger: Oberlin Berufsbildungswerk

Vicenza/ Italien: 10 Auszubildende und Begleiter

Projektträger: Oberlin Berufsbildungswerk

2023

Krakau/ Polen: 6 Auszubildende und Begleiter

Projektträger: Oberlin Berufsbildungswerk

Vicenza/ Italien: 7 Auszubildende und Begleiter

Projektträger: Oberlin Berufsbildungswerk

2022

Vicenza/ Italien: 10 Auszubildende und Begleiter

Projektträger: Oberlin Berufsbildungswerk