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Digitalisierungsprojekt IDEAL4.0

Mit „IDEAL4.0“ startete Anfang des Jahres ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt im Oberlinhaus. Das Team von IDEAL4.0 stellt das Projekt vor:

Was heißt IDEAL4.0?

IDEAL ist die Abkürzung für Inklusives Digitales Arbeits(er)Leben. Und 4.0 ist ein Kürzel für digitale Trends.

Was ist IDEAL4.0?

IDEAL4.0 ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt für digitale Angebote, die Menschen mit Beeinträchtigungen den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt erleichtern sollen.

Und welche digitalen Angebote werden das sein?

Das erforschen wir ja gerade! Deshalb können wir zum jetzigen Zeitpunkt über das konkrete Ergebnis erstmal wenig sagen. Wir sammeln natürlich Ideen und Feedback zu ersten Prototypen. Insgesamt werden wir für das Projekt drei Jahre und drei verschiedene Phasen brauchen: die Explorationsphase, die Umsetzungs- und dann die Implementierungsphase. In der letzten Phase stellen wir dann unser Angebot vor. Wir sind zuversichtlich.  Um jedoch ein Angebot entwickeln zu können, müssen wir zunächst eine Menge notwendige Daten erheben – und zwar inklusiv.
 
Was bedeutet das?

Wir nehmen Teil an den Arbeitsabläufen, wir reden mit allen Seiten und versuchen erstmal ein gemeinsames Problemverständnis und eine gemeinsame Sprache zu entwickeln. Dabei sind Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen an der Durchführung und Gestaltung des Projektes in allen Phasen beteiligt. Gemeinsam finden wir heraus, wo Barrieren und Schwierigkeiten in Arbeitsabläufen liegen. Dazu beobachten wir, sammeln Eindrücke und werten gemeinsam aus. So entsteht ein Datenschatz, aus dem heraus wir dann versuchen werden, Lösungen zu entwickeln, die für alle Seiten zugänglich sind.

Wie wird in der Datenerhebung vorgegangen?

Zum Beispiel führen wir umfangreiche Interviews mit Beschäftigten in Werkstätten, Auszubildenden in Berufsbildungswerken, Arbeitgebern und Auftraggebern auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, mit Menschen mit und ohne Beeinträchtigung durch. Wir sprechen auch mit Behörden und nehmen selbst auch an Produktionsabläufen teil, um Herausforderungen von Menschen mit Beeinträchtigungen besser verstehen zu können.

Was geschieht dann mit den gesammelten und analysierten Daten?

Wenn wir ein Problem entdecken, das uns lösbar vorkommt, dann entwickeln wir einen Prototyp, also einen Vorschlag für eine digitale Hilfestellung. Das testen wir dann direkt mit den Beteiligten und sammeln Rückmeldungen und damit wieder Daten – das werten wir aus und machen den Prototypen besser. Das testen wir wieder – man ahnt schon, warum es „agile Entwicklung“ heißt... Das Ziel des Projektes ist es, eine nachhaltige digitale Lösung umzusetzen, die über spielerische Lernerfahrungen Informationen und Bildung vermittelt. Das kennen jetzt ja auch viele von uns aus der HomeOffice-Situation: Lernen und auch berufliche Weiterentwicklung mit Computer und Smartphone funktioniert, aber das soll ja im Idealfall auch Spaß machen und da gibt’s noch ein bisschen was zu tun!

Gibt es Ergebnisse im Projekt IDEAL4.0?

Ja. Zu sehen auf der Webseite ideal.oberlinhaus.de.
Die Seite ist das Ergebnis aus einer sehr erfolgreichen inklusiven Zusammenarbeit zwischen Auszubildenden des BBWs im Oberlinhaus und Projektmitgliedern.
An der Gestaltung der Webseite sowie an der Entwicklung der Bildsprache und des Logos haben Azubis des Bereichs Mediengestaltung des BBWs mitgewirkt. Durch die agile Projektarbeit kommen die Azubis mit neuen Medien und mit Arbeitsstrukturen in Kontakt und lernen sich im Team selbst zu organisieren. Diese Erfahrung wird mit großer Begeisterung von den Azubis aufgenommen. Sie gibt den jungen Erwachsenen viel Raum zum Einbringen eigener Ideen und Inspiration.

Wer wirkt am Projekt mit?

Wir arbeiten in einem Projektverbund mit vielen Praxispartnern zusammen. Teil des Verbunds sind verschiedene Berufsbildungswerke (BBW im Oberlinhaus Potsdam, BBW Leipzig) und Werkstätten für Menschen mit Behinderung (Oberlin Werkstätten Potsdam, Lewitz Werkstätten in Parchim, Ev. Stadtmission Halle) aber auch die Hochschule für digitale Produktentwicklung (CODE University of Applied Sciences in Berlin) ist eng in die Projektarbeit einbezogen.
IDEAL4.0 wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert und ist auf drei Jahre befristet.

Projektmitglieder aus dem Oberlinhaus sind:
•    Lukas Kretschmer, Projektleitung
•    Marlene Nylund, Forschungsleitung
•    Sophia Kaschubowski, stellv. Projektleitung, Projektmanagement (Verbund)
•    Antje Bensching, Projektmanagement (Netzwerk)
•    Kristin Göbel, strategisches Controlling und Modellierung
•    Dennis Bosch, Prototyping
•    Silke Jupé, Referentin des Vorstands
•    Denis Hanke, IT-Koordination und Datenschutz

Wer mehr erfahren möchte, kann sich auf der Webseite ideal.oberlinhaus.de informieren.

Gäste sind uns immer herzlich willkommen!

Pressestelle Oberlinhaus